Ronnie Ebneter über Qualität: Aus Ideen entsteht Lernen

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 Ronnie Ebneter steht vor einem Gebäude

Qualität, Bildungsdesign und Entwicklung: Ronnie Ebneters Rolle bei CYP

Ronnie Ebneter ist Team Lead Quality Services & Business Development und ist seit 2012 bei CYP. Gestartet hat er als Trainer. Seit vier Jahren ist er zusätzlich als Teamleiter für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Bildungsdesigns und die Qualität der Module und des Unterrichts (inkl. Prüfungen) verantwortlich.

Wie lange bist du schon bei CYP und was hat dich damals hierhergeführt?

Mittlerweile bin ich seit 13 Jahren bei CYP. Eine Studienkollegin, die ebenfalls eine Zeit lang bei CYP gearbeitet hat, hat mir schon früh die Stelle als Trainer empfohlen. Zum Glück habe ich eines Tages auf sie gehört. Bis heute bin ich dankbar, dass mir CYP die Chance für die Rolle als Trainer und weitere Rollen gegeben hat.

Was bedeutet für dich persönlich «Qualität» im Kontext von Bildung, insbesondere im Umfeld von jungen Lernenden und der Bankenwelt?

Die aktuelle Generation bringt enorm viel mit: aus ihrem Alltag, ihrem Umfeld und ihren ersten Berufserfahrungen. Guter Unterricht in der Berufsbildung holt junge Menschen dort ab, wo sie in ihrer Entwicklung stehen. Ihre Erfahrungen, sei es aus dem sozialen Umfeld oder dem Arbeitsalltag, sollen nicht nur berücksichtigt, sondern aktiv in den Lernprozess integriert werden.

Bei CYP legen wir grossen Wert darauf, dass sich Lernende intensiv mit den geforderten Handlungskompetenzen auseinandersetzen. Sie stehen sowohl untereinander als auch mit den Trainer:innen im fachlichen und methodischen Dialog. Uns ist besonders wichtig, dass sie Zeit haben, praxisnahes Lernen anhand konkreter Beispiele zu erleben.

Jede einzelne Lerneinheit bei CYP folgt einem durchdachten Bildungsansatz. Sie wird sorgfältig geplant und von unseren Trainer:innen professionell sowie mit hohem Engagement umgesetzt.

Du beobachtest Trends im Bildungsmarkt. Mit deinem Team zusammen schaust du dir diese an und entwickelst daraus neue Ansätze für CYP. Was war in letzter Zeit eine Entwicklung, bei der du sofort gespürt hast: "Da müssen wir unbedingt dranbleiben"?

Wir wollen weder jedem Trend hinterherlaufen noch um der Innovation willen innovativ sein. Unser Anspruch ist es, unsere Arbeit bestmöglich zu erledigen. Bei uns steht bereits seit 2017 das handlungskompetenzorientierte Lernen im Vordergrund, und das nicht erst seit der KV-Reform.

Heute setzen wir auf didaktische Vielfalt. Beispielsweise mit Lernfilmen oder punktuellen Web-Based Trainings (WBTs), die sich auch zu Hause oder unterwegs auf dem Smartphone abspielen lassen. 

Ronnie Ebneter

Auch den Trend zu abwechslungsreicheren Lernformaten haben wir frühzeitig aufgegriffen. Ein zentraler Schritt war die bewusste Reduzierung von Textlastigkeit: Früher mussten die Lernenden bereits vor dem Präsenzkurs viel Fachliteratur bewältigen. Heute setzen wir auf didaktische Vielfalt – etwa mit Lernfilmen oder punktuellen Web-Based Trainings (WBTs), die sich auch zu Hause oder unterwegs auf dem Smartphone abspielen lassen. Diese Formate bringen nicht nur Abwechslung, sondern werden in der Regel auch von den Lernenden sehr positiv aufgenommen.

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags. Das zeigt sich sowohl in der Modulentwicklung als auch in den Kursräumen. Dort setzen wir ChatGPT gezielt ein. Dabei ist es uns wichtig, dass Lernende KI nicht als Ersatz für eigenes Denken nutzen, sondern als Werkzeug, das ihre individuelle Entwicklung unterstützt. Das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft: Intelligente Tutoren und adaptive Lernsysteme sind Themen, die wir aktiv verfolgen.

Gleichzeitig beobachten wir einen Gegentrend: weg vom reinen Digitalen, hin zu mehr mündlichen Sequenzen wie Präsentationen oder Prüfungen und teilweise sogar «zurück» zu Papier und Stift.

Wenn du dir vorstellst, wie CYP in fünf Jahren dastehen soll, woran würdest du erkennen, dass deine Arbeit erfolgreich war?

In erster Linie ist es Teamarbeit, die von fundiertem pädagogischem und didaktischem Verständnis geprägt ist. In den nächsten Jahren wird es vor allem um die kontinuierliche Umsetzung der KV-Reform gehen. Durch die Einbeziehung der genannten Trends sollen deren Merkmale und Vorteile noch wirkungsvoller zum Tragen kommen.

Dies erfordert auch weiterhin eine intensive Kommunikation und die aktive Mitwirkung aller Beteiligten. Für uns bedeutet Erfolg auch, den Unterricht im Rahmen einer modernen, digitalen Lernumgebung noch stärker zu individualisieren.

Was motiviert dich persönlich an deiner Rolle bei CYP. Was war bisher dein «Aha-Moment», wo du gemerkt hast: Genau deshalb mache ich diesen Job gerne?

Ein Beispiel ist, wenn ich in einem Präsenzkurs erlebe, wie die Teilnehmenden durch unser Lernarrangement ganz selbstverständlich ins Gespräch kommen. Oder wenn sie sich über praxisnahe Aufgaben austauschen, einander zuhören, Fragen stellen und sich gegenseitig unterstützen.  Dann fühlt es sich für mich an, als wäre ich Teil einer idealen Bildungseinrichtung.

Dabei versuche ich, die jungen Menschen sorgfältig mit dem nötigen Instrumentarium zu begleiten und ihnen vor allem selbstwirksame Momente zu ermöglichen.
Die gleiche Freude und Motivation spüre ich auch bei der Zusammenarbeit mit den Trainer:innen, beispielsweise während der Einführungsphasen oder bei Besuchen in den Präsenzkursen. Dabei liegt mein Fokus speziell darauf, sie in der Umsetzung des Bildungsdesigns zu unterstützen.

Wie erkennst du den Unterschied zwischen formaler Kontrolle und spürbarer Qualität im Alltag von Lernenden und Kolleg:innen?

In einem Präsenzkurs bewerte ich weder Lernende noch Trainer:innen rein formal. Im Mittelpunkt steht das Beschreiben von Handlungssituationen. Dadurch ergibt sich automatisch eine Auseinandersetzung mit den entsprechenden Kompetenzen.

Im Anschluss lassen sich daraus Erkenntnisse oder Massnahmen ableiten. So sind Trainer:innen beispielsweise in Gesprächen über einzelne Unterrichtssituationen dazu aufgefordert, ihre Stärken und Entwicklungspunkte selbst zu benennen. Das wirkt sich positiv auf die Motivation aus, die nächsten Schritte aktiv anzugehen. Auf diese Weise wird aus formaler Kontrolle echte, gelebte Qualität.