Bei komplexen Themen bleibt die persönliche Beziehung entscheidend – Marc de Neuville

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Marc de Neuville

Marc de Neuville arbeitet seit 17 Jahren bei CYP. Zuvor war er als Anlageberater im Private Banking der ehemaligen Credit Suisse tätig. In seiner Laufbahn lernte er das Bankgeschäft von Grund auf kennen, als vieles noch manuell bearbeitet wurde. Dieses Handwerk und sein tiefes Verständnis der Finanzwelt integriert er bewusst in seinen Unterricht. Gerade in der heutigen automatisierten Welt hält er es für essenziell, dass Lernende nicht nur wissen, wie etwas funktioniert, sondern auch warum.

Was findest du besonders spannend an der Arbeit mit jungen Talenten im Bankenbereich?

Die Energie und Neugier junger Talente fordern mich immer wieder heraus, meine eigene Sichtweise zu reflektieren. Der wechselseitige Austausch ist für mich enorm inspirierend. Ich schaffe gerne eine Atmosphäre, in der Offenheit und gegenseitiges Lernen im Mittelpunkt stehen.

Hast du ein Lieblingsmodul? Wenn ja, welches und warum?

Nein, für mich ist die Ausbildung wie ein Puzzle: Alle Teile sind gleichwertig. Um abstrakte Themen greifbarer zu machen, nutze ich historische oder aktuelle Beispiele, wie etwa die Immobilienkrise der 1990er Jahre. Mein Ziel ist es, Perspektivenwechsel zu fördern – oft unterstützt durch Metaphern wie meine Brille: Absetzen, neu aufsetzen, und plötzlich sieht man Dinge aus einem anderen Blickwinkel.

Welches Erfolgserlebnis ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Für mich bedeutet Erfolg, dass Lernende nicht nur Fachwissen mitnehmen, sondern auch neugierig auf meinen Werdegang in der Bankenwelt sind. Sie interessieren sich dafür, wie ich zum Kundenberater wurde und welche Herausforderungen mich geprägt haben. Dieser Austausch inspiriert sie oft, ihre eigene Karriere mit Offenheit und Selbstbewusstsein anzugehen.

Welche Trends siehst du für die Zukunft der Bankenbranche und wie bereitest du deine Lernenden darauf vor?

Die Digitalisierung und der verstärkte Einsatz von KI gewinnen zunehmend an Bedeutung. Doch bei komplexen Themen wird die persönliche Beziehung weiterhin eine Schlüsselrolle spielen. Deshalb lege ich neben der Vermittlung von Fachwissen auch grossen Wert auf die Förderung von Sozialkompetenzen wie Empathie und Kommunikation – Fähigkeiten, die gerade in einer zunehmend digitalen Welt unerlässlich sind.

Wie hältst du dich als Trainer fachlich auf dem Laufenden?

Durch autodidaktisches Lernen und den regelmässigen Austausch mit Kolleg:innen sowie Lernenden. Da fast alle Banken bei CYP vertreten sind, erhalte ich neue Entwicklungen direkt aus der Praxis. Zusätzlich habe ich mich im Bereich Coaching weitergebildet, um Lernende noch individueller fördern zu können.

Wie findest du persönlich die KV-Reform? 

Die Reform ist eine spannende Chance, Lernen zeitgemäss zu gestalten. Sie bringt klare Vorteile und hat mich auch dazu inspiriert, meine eigene Lernbiografie zu reflektieren – ein schönes Beispiel für lebenslanges Lernen.

Was würdest du an der Ausbildung ändern?

Ich würde den Unterricht noch stärker prozessorientiert gestalten. So können Lernende den Stoff in ihrem eigenen Tempo entdecken.

Was möchtest du deinen Lernenden mit auf den Weg geben?

Seid offen für Neues und habt den Mut, Dinge auszuprobieren. Aus Erfahrungen lernt man, und so könnt ihr eure Zukunft aktiv gestalten.

Hast du ein Motto oder einen Leitspruch?

«Alles hängt zusammen.» Diese Philosophie hilft Lernenden, das Wesentliche zu erkennen, den Blick fürs Ganze zu bewahren und Zusammenhänge zu verstehen.