Barbara Frank: Klassischer Frontalunterricht, "Musik von vorne", spielt bei uns nur eine Nebenrolle.

Immagine
Porträt von Barbara Frank

Seit 2023 ist Barbara bei CYP als Produktmanagerin und Trainerin tätig.

Bevor Barbara Frank zu CYP kam, arbeitete sie über 20 Jahre lang für die UBS AG, im In- und Ausland, in internen als auch externen Funktionen. Zwischenzeitlich war sie zudem für die ZKB als Consultant tätig. Häufig war sie an Schnittstellen zu IT-Projekten involviert und brachte dabei ihre bankfachliche Expertise ein. Viele dieser Projekte erforderten Schulungen, ein Bereich, der ihr besonders viel Freude bereitete. Vor sieben Jahren entschied sie sich deshalb, ihre Karriere in Richtung Aus- und Weiterbildung zu entwickeln. Seit 2023 ist Barbara bei uns als Produktmanagerin und Trainerin tätig.

Seit wann bist du bei CYP und wofür bist du verantwortlich?

Seit Juni 2023 arbeite ich bei CYP als Produktmanagerin und Trainerin. In dieser Funktion betreue ich unsere speziell entwickelten Lernangebote, die ausserhalb der Grundbildungsuniversum von CYP liegen und an Erwachsene gerichtet sind. Parallel dazu unterrichte ich im Teilzeitpensum. So sehe ich direkt, wie unser Bildungsdesign bei den Teilnehmenden ankommt. Genau diese Erfahrungen fliessen dann in die Weiterentwicklung der anderen Kurse ein.

Warum hast du dich entschieden, gerade bei CYP zu arbeiten?

Nach meiner Rückkehr mit meiner Familie aus einem längeren Auslandseinsatz wollte ich mich stärker dem Bereich Ausbildung widmen. Bildung ist für mich eines der wichtigsten Güter und zentral für eine funktionierende Gesellschaft. Mit dieser Einstellung war mir schnell klar, dass ich mein Wissen, insbesondere aus der Finanzbranche, weitergeben möchte. CYP war dafür der perfekte Ort.

Du bist sowohl Trainerin als auch Produktmanagerin. Aus beiden Rollen heraus kennst du den Markt. Welche Trends siehst du aktuell in der Weiterbildung von Bankmitarbeitern?

Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. In den 2000er-Jahren prägten vor allem regulatorische Anforderungen den Bankbetrieb und damit auch die Lerninhalte. Heute stehen wir vor neuen technologischen Themen, die ebenso Bildung erfordern. Der Einfluss von Kryptowährungen auf Finanzmärkte und Staaten oder die Rolle von Neobanken zeigen, wie schnell sich unsere Branche verändert.

Das Thema Nachhaltigkeit hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich an Gewicht gewonnen. Mit der neuen Selbstregulierung der Schweizerischen Bankiervereinigung, die 2024 in Kraft trat, wurde es erneut gestärkt. Bankmitarbeitende müssen heute in der Lage sein, dazu kompetent zu beraten.

Ein weiterer relevanter Faktor ist der demografische Wandel in der Schweiz. Die wachsende ältere Bevölkerung und die steigende Lebenserwartung führen dazu, dass Pensionierung und Teilpensionierung auf eine grosse, finanziell starke Zielgruppe treffen. Finanzplanung, früher eher ein Zusatzangebot, entwickelt sich dadurch zunehmend zu einem Kernangebot, zumindest in Teilen.

Es gibt also weiterhin viele Themen, bei denen Bankmitarbeitende Weiterbildung brauchen, um fachlich auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Trotz aller Veränderungen bleibt der Regulator ein zentraler Treiber. Weiterbildungen werden in erster Linie dann finanziert, wenn sie konkrete externe Anforderungen abdecken. Bildung ist teuer und Unternehmen handeln wirtschaftlich. Nicht-regulatorische Weiterbildungen werden dann erforderlich, wenn gesellschaftliche Veränderungen neue Produkte und Dienstleistungen hervorbringen, die den Aufgabenbereich der Mitarbeitenden erweitern.

Du hast den «Bankfachkurs Kompakt» für erwachsene Berufsleute ohne klassische Bankausbildung entwickelt, die an Schnittstellen zu Bankfachleuten arbeiten. Wie stellst du sicher, dass die Teilnehmenden nicht nur Wissen anhäufen, sondern tatsächlich Kompetenzen aufbauen?

Für viele Nicht-Banker ist es spannend, einmal hinter die Schlagzeilen zum Schweizer Bankenplatz zu schauen. Banking betrifft uns alle und bleibt ein faszinierendes Umfeld.

Der "Bankfachkurs Kompakt" basiert auf unserem CYP Bildungsdesign. Die Teilnehmenden erhalten viel Raum, Wissen selbstständig zu erarbeiten und anzuwenden. Häufig arbeiten sie in Gruppen von drei oder vier Personen und lernen so miteinander und voneinander. Wir beziehen ihre beruflichen Erfahrungen gezielt ein, um die Inhalte zu verankern. Klassischer Frontalunterricht – "Musik von vorne" – spielt bei uns nur eine Nebenrolle.

Gerade bei Erwachsenen ist das manchmal ein Balanceakt, weil viele ihre Bildungsbiografie aus lehrpersonenzentrierten Settings kennen. Unsere Kurse sind keine Veranstaltungen zum gemütlichen "Inehöckle", was zu Beginn irritieren kann. Doch das Feedback zeigt immer wieder: Die Tage sind abwechslungsreich, die Arbeit in Lerngruppen eröffnet neue Perspektiven, die Zeit vergeht schnell, und das Gelernte bleibt haften.

Unsere Trainerinnen und Trainer sind fachlich stark, bringen fundierte Beratungserfahrung mit und brennen leidenschaftlich für das Thema Banking. Sie bereichern den Unterricht mit konkreten Beispielen aus ihrer Bankerfahrung statt mit "Movie-Star"-Auftritten. Die Trainer:innen begleiten und fördern die Teilnehmenden je nach Bedarf und Lerntempo.

Immagine
Barbara sitzt auf einer Bank und lächelt. Mit Text wird sie vorgestellt