Lernen ist Erfahrung – Hasmik Tomasian

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Hasmik Tomasian

Seit über 15 Jahren ist Hasmik Tomasian ein fester Bestandteil des CYP Teams. Ihre Leidenschaft für Banking und Bildung führte sie von der Kundenberatung der Aargauischen Kantonalbank zu uns. Bereits dort betreute sie als Praxisausbilderin Lernende und entdeckte ihre Begeisterung für die Förderung junger Talente. Die Bewerbung bei CYP war die logische Konsequenz und sie startete bei CYP als Trainerin. Es erfüllt sie mit Freude, die Entwicklung der jungen Banklernenden zu begleiten und zu sehen, wie sie das Gelernte erfolgreich im Alltag umsetzen. Seit zwei Jahren hat sie zudem die Rolle als Co-Lead für die Weiterbildungen im Bereich PAB (Praxisausbilder:innen) übernommen.  

Was schätzt du besonders an deiner Funktion als Co-Lead PAB?

Für mich bedeutet diese Funktion eine spannende Horizonterweiterung. Ich entwickle Kursinhalte, die genau auf die Bedürfnisse der Praxisausbilderinnen und Praxisausbilder zugeschnitten sind. Besonders schätze ich den engen Austausch mit den Nachwuchsverantwortlichen der Banken und meinen Kolleginnen und Kollegen bei CYP. Die gemeinsame Begeisterung für die Grundbildung Banking verbindet uns und sorgt für eine inspirierende Zusammenarbeit.

Im Dialog mit den Nachwuchsverantwortlichen entstehen immer wieder neue Ideen und Projekte für Modulinhalte, die wir gemeinsam umsetzen. Das Zusammenspiel von Kreativität, Engagement und Teamarbeit macht diese Funktion für mich besonders erfüllend.

Was begeistert dich am meisten an der Arbeit mit jungen Talenten und Praxisausbildenden im Bankwesen?

Es fasziniert mich immer wieder, die Entwicklungsmotivation der Lernenden zu erleben. Besonders inspirierend sind die Momente, in denen junge Menschen neugierig die Bankenwelt entdecken und in den «Flow» kommen. Was mich am meisten begeistert, ist die Möglichkeit, sie auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg zu begleiten. Jede:r Lernende ist einzigartig und somit ist auch der Umgang mit ihm immer individuell.  

Es geht nicht nur darum, fundiertes Bankwissen zu vermitteln, sondern auch die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Denn in dieser spannenden Lebensphase entwickeln die Jugendlichen ihre sozialen Kompetenzen weiter, meistern zentrale Entwicklungsaufgaben und wachsen kontinuierlich. Die Anforderungen sind hoch: Sie stellen sich immer wieder auf neue Situationen ein - sei es durch wechselnde Abteilungseinsätze oder durch das Kennenlernen unterschiedlicher Arbeits- und Kommunikationsweisen. Aus all diesen Erfahrungen nehmen sie das mit, was zu ihnen passt und sie weiterbringt.

Entscheidend sind auch die Praxisausbildenden - sie sind Vorbilder für den Nachwuchs. Es ist mir eine Freude, Brücken zu bauen und die Zusammenarbeit zwischen Praxisausbildenden und den Lernenden zu stärken. Diese Verbindungen zu schaffen und gemeinsam an einer erfolgreichen Ausbildung zu arbeiten, erfüllt mich mit grosser Begeisterung.

Auf welche Erfolge als PAB Co-Lead und als Trainerin für Lernende blickst du gerne zurück?

Sowohl die Herausforderungen als auch die Perspektiven der jungen Talente und der Praxisausbildenden zu verstehen erachte ich als zentral. Diese doppelte Sichtweise ermöglicht es mir, beide Seiten gezielt zu unterstützen und Verbindungen zwischen Theorie und Praxis zu bauen. Besonders befriedigend ist es, wenn ich sehe, wie die Lernenden das Gelernte erfolgreich in ihren Arbeitsalltag integrieren. Es ist ein tolles Gefühl, am Ende eines Moduls zufriedene und motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu sehen - sowohl bei den Lernenden als auch bei den Praxisausbildnerinnen und Praxisausbildern. Sie nehmen neue Inspirationen mit. Das finde ich toll.  

Was mich auch immer wieder stolz macht, ist die berufliche Entwicklung der Praxisausbildenden, die bei uns Module besuchen. Wenn sie am Ende sogar das Berufsbildnerdiplom (SBFI) erwerben, zeigt dies nicht nur ihr Engagement, sondern auch ihre Motivation, sich in ihrer Rolle aktiv weiterzuentwickeln. Vor allem in ihren schriftlichen Reflexionen erkenne ich den grossen Beitrag, den sie für die duale Ausbildung leisten.

Welchen Herausforderungen sehen sich Praxisausbilder:innen in Banken gegenüber?

Im Austausch mit den Praxisausbilder:innen erfahre ich immer wieder, dass die Kombination aus operativem Geschäft und der Führungsrolle als Praxisausbilder:in eine grosse Herausforderung darstellt. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung kann ich das gut nachvollziehen.  

Gerade deshalb ist es wichtig, den Einsatz der Praxisausbildnerinnen und Praxisausbildern zu würdigen. Sie tragen wesentlich dazu bei, unser duales Ausbildungssystem am Leben zu erhalten. Ohne ihre Arbeit wäre die Verbindung von Theorie und Praxis in der Ausbildung nicht möglich. Weiterbildungsmöglichkeiten oder ein Erfahrungsaustausch für diese Rolle können als Wertschätzung gezielt eine grosse Wirkung auslösen.

Trotz der Herausforderungen empfinden viele Praxisausbildende ihre Aufgabe als grosse Bereicherung. Die Möglichkeit, die Entwicklung junger Talente aktiv mitzugestalten, eröffnet spannende Perspektiven. Zudem erhalten sie Feedback aus einer anderen Ebene - von den Lernenden selbst, was eine wertvolle Ergänzung zur Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und Vorgesetzten darstellt. Ich finde, es ist diese dynamische Interaktion, die die Arbeit als Praxisausbilderin und Praxisausbilder nicht nur anspruchsvoll, sondern auch erfüllend macht.

Gerade deshalb ist es wichtig, den Einsatz der Praxisausbilderinnen und Praxisausbildern zu würdigen. Sie tragen wesentlich dazu bei, unser duales Ausbildungssystem am Leben zu erhalten. 

Hasmik Tomasian

Welche Trends siehst du in der Bankenbranche und wie bereitest du deine Praxisausbildenden darauf vor?

Banken setzen vermehrt zusätzlich zum kaufmännischen EFZ auch auf Lernende im ICT-Bereich, um dem wachsenden Bedarf an digitalem Know-how gerecht zu werden. Die Praxisausbildenden in diesem Bankenbereich stehen dabei vor ähnlichen Herausforderungen wie diejenigen in den klassischen Bankberufen. Auch die Praxisausbildenden im ICT-Bereich balancieren zwischen operativem Geschäft und der Betreuung der Lernenden.

Als Partnerin der Banken setzen wir genau hier an: Wir bieten speziell entwickelte Module für Praxisausbildende im ICT-Bereich an. Dieses Angebot wird sehr geschätzt, da es auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Zielgruppe eingeht und den Ausbildenden das Gefühl gibt, in ihrem Arbeitsumfeld anerkannt und unterstützt zu werden.

Welche Herausforderungen haben die Praxisausbildenden seit der KV-Reform und wie unterstützt CYP sie dabei?

Die Rolle der Praxisausbildenden hat sich weiterentwickelt. Der Fokus liegt stärker auf einer coachenden Haltung. Dies erfordert nicht nur eine Anpassung des eigenen Führungsstils, sondern auch die Fähigkeit, im oft hektischen Praxisalltag die dafür notwendigen Ressourcen zu schaffen - ein Balanceakt, der viel Engagement erfordert.

Die neuen Modulinhalte bereiten die Praxisausbildenden gezielt auf ihre veränderte Rolle vor. Im Gespräch stelle ich fest, dass sie offen für die Veränderungen sind und die Unterstützung von CYP sehr schätzen. Auch im Hinblick auf das neue QV können die Banken auf unsere Unterstützung zählen.

Wenn du an der Ausbildung der KV-Lernenden in den Banken etwas ändern könntest, was wäre das? Wie stellst du dir eine ideale Ausbildung vor?

Mit der Reform wurden notwendige Anpassungen vorgenommen, die nun gemeinsam von den Banken, der Berufsschule und CYP umgesetzt werden. Ich finde es wichtig, die Ausbildung so zu gestalten, dass der Berufseinstieg nach dem Lehrabschluss für die Lernenden attraktiv bleibt. Besonders gut abgedeckt ist die Stärkung der Problemlösungskompetenz durch die handlungskompetenzorientierte Ausbildung. Diese Kompetenz ist ein entscheidender Meilenstein für einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Die Begleitung der Banklernenden durch erfahrene Praxisausbilderinnen und Praxisausbilder sollte weiterhin einen zentralen Stellenwert haben. Darüber hinaus muss das Mindset und das Verständnis, die digitale Entwicklung gezielt und als Mehrwert zu nutzen, noch stärker in den Fokus gerückt werden.