CYP ist die perfekte Mischung: Ausbildung von Lernenden und Bankgeschäft – Christa Zürcher

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Christa Züricher

Christa Zürcher ist seit Januar 2023 Teil des Teams von CYP. Vor ihrem Wechsel zu CYP war sie bei der Bernerland Bank in Sumiswald tätig. Nebst dem Bankgeschäft arbeitete sie sieben Jahre lang als Praxisausbildnerin.

Bei CYP hat Christa ihre perfekte Job-Mischung gefunden: Hier kann sie einen ganz neuen Berufsalltag erleben, ohne auf ihre Lieblingstätigkeiten - die Ausbildung der Lernenden und das Bankgeschäft - zu verzichten.

Christa Zürcher ist seit Januar 2023 Teil des CYP Teams. Vor ihrem Wechsel zu CYP war sie bei der Bernerland Bank in Sumiswald tätig. Nebst dem Bankgeschäft arbeitete sie parallel sieben Jahre lang als Praxisausbildnerin. Im Herbst 2022 schloss sie die Höhere Fachschule für Betriebswirtschaft ab, was in ihr den Wunsch nach Veränderung weckte.

Sie wollte nicht nur eine neue Herausforderung und etwas Neues ausprobieren, sondern auch Abwechslung im Joballtag. Ihre Leidenschaft galt schon immer der Ausbildung von Lernenden. Auch die Bankbranche interessierte sie weiterhin sehr. Bei CYP hat sie schlussendlich die perfekte Mischung gefunden: Hier hat sie die Möglichkeit, einen neuen beruflichen Alltag zu erleben, ohne auf ihre liebsten Tätigkeiten - die Ausbildung und das Bankgeschäft - verzichten zu müssen.

Besonders spannend findet sie die Tatsache, dass jeder Lernende ein Individuum ist. Sie geniesst die Herausforderung, für alle eine passende Unterstützung zu finden, sie in ihrem Lernprozess zu begleiten. In einer Klasse hat sie 16 verschiedene Persönlichkeiten, die bei unterschiedlichen Banken in unterschiedlichen Abteilungen arbeiten. Diese Mischung findet sie extrem spannend. Die meisten von ihnen erlebt sie als motivierte und begabte junge Menschen. Ihre Arbeit erfüllt sie. Denn sie hat die Möglichkeit, das Potenzial jeder einzelnen und jedes einzelnen Jugendlichen zu erkennen und zu fördern.

Hast du ein Lieblingsmodul? Wenn ja, welches und warum?


Am liebsten unterrichte ich die Kreditmodule, weil ich hier am meisten Praxiserfahrung habe und viel aus meinem Alltag erzählen kann. Die Tragbarkeitsberechnung ist für viele Lernende am Anfang schwierig. Für mich ist es jedes Mal sehr befriedigend und motivierend, die «Aha-Momente» zu beobachten, wenn wir ein Beispiel Schritt für Schritt durchrechnen.

Welche Herausforderungen begegnen dir im Lehralltag und wie gehst du damit um?

Die Lernenden melden sich selbst zu den Kursen an. Dadurch ergibt sich für jeden Kurstag eine neue Klassenkonstellation. Jede Klasse funktioniert anders, manche Lernenden finden sehr schnell zusammen, andere nicht so gut. Als Trainerin weiss ich fast nie, wie sich die Klasse verhalten wird. Das hat Vorteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Ich muss jedes Mal spontan auf die entstehende Dynamik reagieren und situativ entscheiden, was der Klasse am besten hilft.

Manchmal finde ich es auch herausfordernd, gleichzeitig darauf zu achten, dass kein Teilnehmer oder keine Teilnehmerin des Kurses untergeht. Ich mache mir jeweils vor Kursbeginn einen Klassenspiegel von der Klasse. Das heisst, ich gehe von Tisch zu Tisch, begrüsse alle zum Kurs und schreibe mir die Namen auf. So habe ich jeden Teilnehmenden schon einmal bewusst wahrgenommen. Durch das persönliche Begrüssen erhalte einen ersten Eindruck von den Gruppenenergien. Das gibt mir ein erstes Bauchgefühl, das sich im Laufe des Tages oft bestätigt.

Interview Christa Züricher

Welche Momente in deiner bisherigen Tätigkeit als Trainerin sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Es ist immer wieder ein schöner Moment, wenn die Lernenden «Aha-Erlebnisse» haben. Oder wenn sie plötzlich Zusammenhänge erkennen und Hintergründe verstehen. Kürzlich sagte eine Lernende zu mir: «Wenn meine Mutter mich heute Abend fragt, was ich im Kurs gelernt habe, kann ich ihr problemlos eine Stunde lang davon erzählen». Solche Rückmeldungen bedeuten mir sehr viel. Sie geben mir Sinn und Freude an meinem Beruf.

Wenn ich ihr Vertrauen gewinne, obwohl ich meist nur einen Tag mit den Lernenden verbringe und sie dann eine Weile nicht mehr sehe, ist das auch für mich auch ein Erfolg. So sind kürzlich zwei Lernende am Ende des Kurstages noch eine dreiviertel Stunde geblieben und haben sich mit mir unterhalten. Solche Erlebnisse und Austausche sind für mich sehr bereichernd.

Die Bankenbranche hat sich in den letzten Jahren verändert. Wie spiegeln sich diese Veränderungen in deinem Unterricht wider? Und wie bereitest du deine Lernenden darauf vor?

Ich sehe drei Hauptveränderungen in den letzten Jahren:

  • Immer mehr und strengere Regulierungen und Gesetze
  • Seit der COVID-19-Pandemie ist die Digitalisierung in der Bankenwelt stark vorangeschritten
  • Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung

Alle drei Themen sind in unseren Modulen enthalten. Wir vermitteln die Gesetze, analysieren mit den Lernenden die aktuellen Digitalisierungstrends und diskutieren die bestehenden Möglichkeiten für eine nachhaltige Geschäftstätigkeit. Diese Veränderungen erfordern bereits in der Bankausbildung zunehmend betriebswirtschaftliches Denken. Es reicht nicht mehr aus, das Bankfach an sich gut zu verstehen.

Um am Puls der Zeit zu bleiben und die Bankkundinnen und -kunden zufrieden zu stellen, muss man computerversiert sein, digitale Tools beherrschen, offen sein für den stetigen Wandel und sich für News und Trends interessieren. Das alles macht die Banklehre einerseits anspruchsvoll, andererseits aber auch sehr interessant. Die Lernenden werden von mir darauf vorbereitet, indem ich ihnen die Wichtigkeit der Themen aufzeige und viel mit ihnen über ihre persönliche Meinung und Einstellung dazu diskutiere. Mein Ziel ist, dass sie sich angewöhnen, eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten.

Wenn du etwas an der Ausbildung von KV-Lernenden in Banken ändern könnten, was wäre das?

Personalmangel, Überstunden und Überlastung gehören heute in vielen Banken zum Alltag. Wenn ich in den Modulen mit Lernenden oder Praxisausbildenden spreche, kommt oft zum Ausdruck, dass die Praxisausbildenden kaum Zeitbudget für die Ausbildung haben, obwohl dies eine intensive Zusatzaufgabe ist. Ich würde mir wünschen, dass diese Zusatzaufgabe in den Banken eine höhere Priorität erhält und auch mit entsprechenden Stellenprozenten ausgestattet wird, damit die Lernenden mehr Unterstützung in ihrer Ausbildung erhalten.

Wie stellst du dir die ideale Ausbildung für Bankkaufleute in 10 Jahren vor?

Das Konzept der drei Lernorte finde ich super. Ich würde mir aber wünschen, dass diese für die Lernenden noch stärker vernetzt wären. Ich hoffe, dass wir in 10 Jahren ein moderneres und praktikableres System haben, das die Lernenden besser unterstützt und die drei Lernorte direkt miteinander verbindet. Die Banklehre erfordert viel Selbstorganisation. Ich stelle mir vor, dass dieser Teil in 10 Jahren etwas einfacher sein wird.