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Eine gesunde Kulturentwicklung durch Achtsamkeit – Teil 2

Eine gesunde Kulturentwicklung durch Achtsamkeit – Teil 2

Das Mindset von CYP
Im Strategiezyklus 2018 – 2020 hat CYP die laufende Weiterentwicklung der Mitarbeitenden und der Netzwerkorganisation als einer der drei strategischen Stossrichtungen definiert. Hierzu hat CYP verschiedene Weichenstellungen definiert, zum Beispiel das Psychologische Empowerment und die damit verbundene Absicht, Rahmenbedingungen für kompetente, motivierte, resiliente und gesunde Mitarbeitende, welche selbstverantwortlich und proaktiv die Zukunft der Organisation gestalten, zu schaffen.

Ich persönlich stelle die These auf, dass dieses Vorhaben nur durch die Kultivierung einer achtsamen Grundhaltung möglich sein wird. Auf individueller Ebene schaut das meiner Meinung nach wie folgt aus:

Eine gesunde Kulturentwicklung durch Achtsamkeit – Teil 2: Individueller Prozess

Mit einem solchen individuellen Prozess und den im Teil 1 von meinem Blog erwähnten positiven Auswirkungen einer achtsamen Grundhaltung gewinnt sowohl der einzelne Mitarbeitende als auch das Unternehmen. Aus Unternehmensperspektive kann der gleiche Prozess (s. oben), aus der Perspektive und Verantwortung der Gesamtunternehmung benutzt werden. Es ist daher essentiell, die Menschen achtsam wahrzunehmen, sich bei Entscheidungen und der Initialisierung von Massnahmen stets zu fragen, welche (Aus-)Wirkungen (stärkend oder schwächend) die zu implementierenden Massnahmen oder die zu treffenden Entscheidungen auf den Einzelnen resp. das System haben werden. Zudem ist es wichtig, den Dialog aktiv zu suchen und zu pflegen, sprich „den Puls zu fühlen“ und dort wo sinnvoll Klarheit zu schaffen, zu sensibilisieren und/oder stärkende und zielführende Massnahmen zu ergreifen. Nur so wird eine gesunde Kulturentwicklung mit psychologisch empowerten Mitarbeitenden möglich sein.

Wie CYP das Thema Achtsamkeit lebt? Im 2016 haben wir erstmals in einem internen Weiterbildungsgefäss die Thematik anhand von verschiedenen Achtsamkeitsübungen aufgegriffen. 2017 folgte ein Mini-Resilienztraining u.a. mit dem Fokus auf eine achtsame Grundhaltung. Basierend auf der im 2017 initiierten Mitarbeiterumfrage zur (Gesundheits-)Kultur sind wir derzeit an der Ausarbeitung weiterer stärkender Massnahmen, bei welchen das Thema „Achtsamkeit“ einfliessen wird.

Seit der Gründung von CYP leisten wir bei vielen Themen Pionierarbeit. In Sachen Achtsamkeit dürfen wir uns von anderen Unternehmen inspirieren lassen und uns noch weiter stärken. Zum Beispiel hat Google bereits vor Jahren mit Hilfe von Jon Kabat-Zinn (Molekularbiologe, Vater der westlichen Achtsamkeits-Bewegung), Daniel Goleman (Psychologe und Bestseller-Autor von „EQ. Emotionale Intelligenz“) und Richard Davidson (Hirnforscher, der u.a. Fallstudien mit meditierenden tibetischen Mönchen machte) das „Search Inside Yourself“-Programm für die Verbesserung der emotionalen Intelligenz durch die Achtsamkeitspraxis entwickelt. Spannend würde ich sagen!

Eine gesunde Kulturentwicklung durch Achtsamkeit – Teil 2: CYP 1

In den letzten Jahren haben wir aus diversen Gründen (Überzeugung, Entwicklung neue Strategie und neue Geschäftsfelder, Auswirkungen der VUKA-Welt etc.) zahlreiche Bestrebungen unternommen, damit CYP zu einer für sich stimmigen agilen Netzwerkorganisation wird. Es wurden wertvolle Strukturen, Prozesse, Gefässe etc. aufgebaut und optimiert. Gemäss der letztjährigen Mitarbeiterumfrage sind wir zum Zeitpunkt der Umfrage als Netzwerk sehr gut aufgestellt. Gleichzeitig zeigt sich u.a. anhand dieser Umfrage auch, dass diese „On-Top-Bestrebungen“ u.a. in Punkto Energiehaushalt im gesamten Netzwerk Spuren hinterlassen haben. Es wird sichtbar, dass neben den optimierten Strukturen auch eine entsprechende Kultur und Haltung mit Fokus auf Selbstorganisation zentral sind. Ausserdem ist es uns wichtig, dass neben der Innensicht und dem Bestreben nach optimalen und modernen Arbeitsbedingungen auch die Aussensicht auf den Markt und dessen Bedürfnisse nicht verloren geht. Dies, damit wir auch künftig agil am Markt unterwegs sein können. Dem für das Netzwerk stimmige organische Wachstum muss künftig wieder mehr Gewicht beigemessen werden, damit alle zum einen am selben Strick und vor allem in dieselbe Richtung ziehen. Selbstverständlich ist das sehr anspruchsvoll. Gerade in der agilen Arbeitswelt ist es ohnehin eine Herausforderung, eine gesunde Balance in der Zusammenarbeit zu finden, damit im besten Fall einer möglichen Orientierungslosigkeit und Unsicherheit entgegen gewirkt werden und tatsächlich ein Empowerment stattfinden kann (Drahtseilakt bspw. bei Selbstverantwortung versus Lenkung, Transparenz vs. Infoflut, Selbstorganisation vs. Subkulturen, „Technokratie“ vs. Mensch, iterativer Lern-/ Entwicklungsprozess vs. Suche nach „Fehler“-(Ver-)Ursacher(n) etc.).

Eine gesunde Kulturentwicklung durch Achtsamkeit – Teil 2: CYP 2

Zeit für Achtsamkeit!

Aus diesem Grund ist es wichtig, die verschiedenen erhaltenen Signale richtig zu deuten, den Puls zu fühlen und achtsam lenkend (im Sinne vom Gesamtkurs) ins System einzugreifen. Dies mit dem Ziel, die entstandenen Energielecks zu kitten und die Energien und somit Ressourcen zielführend wieder zu bündeln und auszurichten. Das bedeutet, auch den Mut zu haben, angedachte Projekte für den Moment auf Eis zu legen, um anderen Entwicklungsschritten, welche in der aktuellen Situation wichtiger/richtiger sind, den Vortritt zu lassen. Wir durften realisieren, dass es wichtig ist, genau solche Herausforderungen von Beginn an nicht nur als mögliche Risiken auf dem Radar zu haben, sondern auch entsprechend zu gewichten, achtsam zu beobachten respektive aktiv zu begleiten. Veränderungen können nur verankert und als stärkende Basis genutzt werden, wenn das System reif dazu ist. Ganz im Sinne der Agilität bedeutet dies, kurze Intervalle zu haben, iterativ vorzugehen, aus Erfahrungen zu lernen und zeitnahe zu reagieren. Dadurch können wir einschätzen, wie das System mit den Auswirkungen der Entscheidungen sowie implementierten Massnahmen umgeht, um wiederum zu erkennen, wann das System reif für den nächsten Schritt ist. Dazu braucht es eine achtsame Wahrnehmung. In einer solch wichtigen System-Übergangs-/Umbruchphase ist ein offener, authentischer und konstruktiver Dialog im Netzwerk essentiell. Solche wertvollen Erfahrungen gilt es mit dem ganzen System mutig, echt und authentisch zu reflektieren. So können sich ein System sowie dessen Kultur stimmig und ohne energieraubende Schatten weiter entwickeln. Denn die Grundlage einer funktionierenden und effektiven Unternehmenskultur ist Vertrauen. Vertrauen entsteht dann, wenn unser Handeln transparent, authentisch und nachvollziehbar ist. Dies gibt uns Orientierung und Stabilität in einer Zeit der Unbeständigkeit.

The secret of change is to focus all of your energy, not on fighting the old but on building the new.

– Socrates

Und auch wenn wir alle „Achtsamkeits-Profis“ wären, würde es uns nicht davor bewahren schwierige Situationen zu erleben, vor Herausforderung gestellt zu werden, Enttäuschungen zu erfahren und „Fehler“ zu machen. Achtsamkeit hilft uns dabei, mit diesen Herausforderungen besser umzugehen. Ich freue mich, hier in der Rolle Corporate Culture aktiv mitzugestalten und unsere agile Organisation dabei zu unterstützen.