Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Lern- und Lehrvideos

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" - und dieser Ausspruch ist mehr als treffend für Lern- und Lehrvideos. Dass man mit solchen Videos auch im Trend liegt, wird auch durch die James-Studie von 2014 bestätigt (PDF Ergebnisbericht JAMES 2014). Immer mehr Jugendliche benutzen Videoplattformen (z.B. Youtube) nicht nur zur Unterhaltung, sondern gezielt als Informationsquelle und als Wissensplattform. Diese Bewegung ist mehr als nachvollziehbar: wer würde auch nicht lieber ein informatives, kurzweiliges Erklärvideo anschauen, anstatt ein 60seitiges Betriebshandbuch lesen.

Solche Videos bringen auch im Ausbildungskontext ihre Vorteile, denn durch den Einsatz von solchen Videos in der Vorbereitung zwecks Grundlagenvermittlung, kann vor allem im Präsenzkurs der Fokus mehr auf die Anwendungsebene gelegt werden. Bevor man jedoch mit dem Erstellen solcher Videos startet, stellt sich die Frage, welche Arten von Lern- und Lehrvideos es überhaupt gibt.

Screencast

Unter Screencast wird die Aufzeichnung des Bildschirmes verstanden. Dies ist eine gängige Methode, um Handhabungen von Software zu erklären: zum Beispiel ein Tutorial, wie die Textformatierung in Word funktioniert. Die Aufzeichnungen können dann mit einer Tonaufnahme (d.h. einem Sprecher mit seinen Erklärungen) unterlegt werden. Zur Erstellung von Screencasts am PC kann die kostenpflichtige Software Camtasia empfohlen werden. Auf einem Tablet lässt sich dies gut mit der App Explain Everything erstellen.

Legetechnik-Erklärvideos

Mit dem Begriff Common Craft wurden die Erklärvideos anhand der Legetechnik berühmt. Mit Hilfe von ausgeschnittenen Figuren und Abbildungen, aber auch mit kurzen Texten, die gelegt und verschoben werden, können fachliche Inhalte visuell erklärt werden. Unter commoncraft.com/videolist können einige Beispiele hierzu angeschaut werden. Wichtig bei der Aufnahme ist es, dass man ein Stativ benutzt, so dass die „Bühne“ bzw. Unterlage immer dieselbe bleibt.

Vorlesungsaufzeichnung

Sowohl Tablets, wie auch Laptops verfügen über eine eingebaute Frontkamera. Mit dieser lassen sich nicht nur Selfie fotografieren, sondern auch Videos von sich selbst aufzeichnen. So kann man vor der Kamera sitzen und ein Thema entsprechend erklären. Dieses Lehrvideo-Format entspricht dann einer klassischen Vorlesung. Gut geeignet ist dieses Format für Dinge, mit man gut mit Sprache bzw. durch Sprechen erklären kann und es keine Visualisierung braucht. Das Video sollte jedoch nicht zu lange dauern, da ein reines Zuhören den Zuschauer rasch ermüden kann.

Trickfilm-Technik

Die Trickfilm-Technik funktioniert ähnlich wie das bekannte Daumenkino: durch die Aneinanderreihung von mehreren statischen Bilder / Fotos entsteht der Eindruck, dass ein Film abläuft.

Vor allem auf Smartphones und Tablets gibt es eine ganze Reihe von Apps, welche einem bei der Erstellung von solchen Trickfilmen unterstützen. Am besten man sucht mit dem englischen Begriff „Stop Motion“ und probiert die verschiedenen Apps einmal aus. Eine Einsatzmöglichkeit wäre, dass auf einem Whiteboard wie von Geisterhand Texte oder Grafiken erscheinen und dann wieder verschwinden.

Die Trickfilmtechnik ermöglicht unterhaltsame Filme zu erstellen, jedoch sind diese meistens mit einem grösseren Erstellungsaufwand verbunden.

Green-Screen Technik

Mit der Green-Screen Technik erhält man die Möglichkeit, eine Person in eine bestimmte Umgebung zu setzen. So könnte die Lehrperson das Sonnensystem erklären und sie befindet sich direkt „im“ Sonnensystem. Oder die Lehrperson befindet sich im Brustkorb und kann direkt auf die verschiedenen Organe zeigen und erklären.

Erreicht wird diese Möglichkeit durch die Green-Screen Technik, d.h. in der Regel hat man einen grünen Hintergrund, der dann durch ein Foto (z.B. das Sonnensystem) ersetzt wird. Auch hierfür gibt es z.B. für Tablets schon entsprechende Apps, die einem dabei unterstützen. Natürlich braucht es dann aber auch noch einen gespannten, grünen Filz als Hintergrund und vor allem eine sehr gute Ausleuchtung, damit Schatten vermieden werden.

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Quelle Foto: lernfilm.ch

Roy Franke

Roy Franke

Lead Digital Field, Research & Development
Member of Management Board

roy.franke[at]cyp.ch

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