Träges Wissen behindert den Praxistransfer

Children must be taught how to think, not what to think.

- Margaret Mead

Kennen Sie die Situation sich in einer Weiterbildung Fachwissen anzueignen und zu einem späteren Zeitpunkt Mühe zu haben dieses Fachwissen ausserhalb des Lernkontexts anzuwenden? Prof. Dr. Alexander Renkl nennt dieses Phänomen träges Wissen. Träges Wissen zeigt sich, wenn das Wissen nicht flexibel auf unterschiedliche Probleme übertragen werden kann. Es fehlt dabei die Verbindung zum Vorwissen und die Einbindung von Wissen in ein zusammenhängendes Netzwerk. 

Lazy Brain

Was bedeutet dies für die Ausbildung der Lernenden, die sich mit den komplexen Bankfachtheorien auseinander setzen müssen? An welchem Wissen kann angeknüpft werden?

Die CYP-Module basieren auf dem Blended Learning Prinzip, welches aus Selbststudiums, Präsenz- und Nachbereitungsphasen besteht. Der Lernprozess wird somit verglichen mit dem „traditionellem Lernmodell“ um zwei Phasen erweitert. Dabei kommen auch unterschiedliche Lernelemente wie eMedien oder das Forum zum Einsatz.

Die Vorbereitungsphase ist ein wichtiges Element bei welchem die Lernenden im Thema ankommen und die ersten Bezüge zur Praxis herstellen. Durch Leitfragen die wir ihnen mitgeben oder durch Fachfragen die sie unseren Experten im Forum unserer Lernplattform (LMS) namens CYPnet stellen dürfen oder die sie direkt mit dem Berufsbildner klären, entstehen die ersten Anbindungen zur Praxis. Um die Lernenden zu unterstützen sind im Vorbereitungsauftrag die Erwartungen an den Wissensstand pro Teilfähigkeit formuliert. Ein angemessenes Level an Fachwissen ist für den Präsenzkurs erforderlich. Der Vortest dient als Standortbestimmung und zeigt den Lernenden auf wo noch allfällige Lücken bestehen.

CYP Learning Design (Die einzelnen Phasen der CYP-Module sind in der Grafik CYP Learning Design ersichtlich. Zusätzlich wurden farblich die Rollen und Aufgaben der involvierten Personen unterschieden.)

Am Präsenzkurs finden dann die Festigung des Vorwissens und der Erfahrungsaustausch mit anderen Lernenden statt. Der Fokus liegt klar auf der Anwendung. Es werden Fallbeispiele erarbeitet, es stehen Übungen zur Verfügung und es werden Impulsreferate zur Vertiefung vorgetragen. Indem auch bewusst Sequenzen gestaltet werden, wo die Lernenden in Gruppen Fallbeispiele erarbeiten oder die Resultate besprechen ist für uns sichtbarer ob es sich beim Wissen nur um träges Wissen handelt oder ob eine Vernetzung stattfinden konnte. Der Aufbau der Sozialkompetenz beim Kooperativen Lernen (Lernen voneinander und miteinander) ist ein weiterer positiver Nebeneffekt. Sich in eine neue Gruppe einzulassen und dort Verantwortung für das Gesamtresultat zu übernehmen gehört auch zu den Aufgaben die ein zukünftiger Banker mit sich bringen sollte – werden auf dem Markt ja auch Teamplayer gesucht.

An einem intensiven Präsenzkurs ist auch ein Zeitfenster nötig bei welchem die Lernenden ihr Fachwissen einschätzen, sich ein konkretes Ziel setzen und individuelle während einer vorgegebenen Zeit daran arbeiten können. Sie können das Fachthema nochmals nachlesen, eine Übung repetieren, unseren Ausbilder Fragen stellen etc. Diese Sequenz dauert in der Regel 20 Minuten und sie wird Individuell Learning genannt und findet gegen Ende des Tages statt.

In der Nachbereitung erhalten die Lernenden konkrete Aufträge wo sie die Theorie mit ihrem Praxisalltag verbinden können. Dies um dem trägen Wissen entgegen zu wirken und Themen repetieren und somit das Fachwissen festigen zu können. Ein Beispiel kann sein, dass sie im Fondsprospekt einen Fonds auswählen und diesen mit einem Experten besprechen - Welches ist die Depotbank? Wie hoch sind die Ausgabeaufschlag bei den Fonds? Oder sie üben ein Kundengespräch und klären in der Praxis ab wie mit Einwänden umgegangen wird. Nach dem Repetieren der behandelten Themen und dem erfolgten Praxistransfer muss der Schlusstest innerhalb von 3 Wochen gelöst werden. Das Resultat des Schlusstests zeigt auf, ob die Themen verstanden wurden und ob somit der Lernprozess erfolgreich war.

Und was unterstützt die Lernenden?

Zusammenfassend wird der Lernprozess der Lernenden durch fremd- und selbstgesteuerte Phasen gestaltet. Verschiedene Studien zeigen, dass Lernende, die mit komplexen Problemen vollständig alleine gelassen werden, schlechtere Lernergebnisse aufweisen. Angepasste Lernhilfen während dem Erarbeiten des Fachwissens sind wichtig. Vielleicht hilft einem Lernenden unser Forum, vielleicht braucht ein Lernender ein Praxisbeispiel vom Berufsbilder/Praxisausbildner.

Die emotionale Verbindung zum Bankfachthema darf im Prozess des Lernens nicht unterschätzt werden. Das Erlernte ist nachhaltiger, wenn an den persönlichen Erfahrungen der Lernenden angeknüpft werden kann und wenn eine Vielfalt der Lernwege zugelassen wird. Als Beispiel waren die meisten Lernenden bereits einmal im Ausland. Welche Währungen kennen sie? Welche Zahlungsmittel wurden in den Ferien benötigt? Die Anschlussfähigkeit und die Relevanz für das Thema Zahlungsverkehr sind durch das aktive Involvieren des Lernenden somit bereits gegeben. Weil jeder Lernende andere Erfahrungen einbringt, wird im Austausch mit den Kollegen klar aufgezeigt, dass es in vielen Situationen nicht nur eine Lösung gibt. Der Lernende ist somit gefordert, sein Wissen zu vernetzen und nicht unreflektiert Aussagen zu kopieren.

Wie können Sie und wir die Lernenden beim Erarbeiten des Bankfaches unterstützen?

Manchmal hilft bereits eine Frage an die Lernenden was sie Neues gelernt haben. Dabei erkennt man rasch ob der Kontext stimmt und ob sie die Brücke zur Praxis schlagen können.

CYPnetDemo

Wenn Sie wissen möchten welche Übungen die Lernenden bei uns erarbeiten, können Sie alle CYP-Unterlagen inklusive der Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase im CYPnet anschauen sofern Sie Zugriff auf den Lernenden haben.

Sie finden die Modulunterlagen indem Sie unter CYP -> CYP Module -> Auswahl Lernender -> Auswahl Modul, den Bleistift anwählen.

Obwohl unser Hirn nur circa 2 bis 3 Prozent des gesamten Körpergewichts ausmacht, braucht unser komplexes Denkorgan ganze 20 % unseres Sauerstoffs und somit einen grossen Teil unserer Energie. Damit die Energie auch wirklich gut investiert ist, ist es daher gut zu wissen, wie träges Wissen vermieden werden kann und wir somit eine nachhaltige Investition tätigen können.

Sterne Brain

Die einzelnen Phasen der CYP-Module sind in der Grafik CYP Learning Design ersichtlich. Zusätzlich wurden farblich die Rollen und Aufgaben der involvierten Personen unterschieden.

CYP Learning Design

Die Vorbereitungsphase ist ein wichtiges Element bei welchem die Lernenden im Thema ankommen und die ersten Bezüge zur Praxis herstellen. Durch Leitfragen die wir ihnen mitgeben oder durch Fachfragen die sie unseren Experten im Forum unserer Lernplattform (LMS) namens CYPnet stellen dürfen oder die sie direkt mit dem Berufsbildner klären, entstehen die ersten Anbindungen zur Praxis. Um die Lernenden zu unterstützen sind im Vorbereitungsauftrag die Erwartungen an den Wissensstand pro Teilfähigkeit formuliert. Ein angemessenes Level an Fachwissen ist für den Präsenzkurs erforderlich. Der Vortest dient als Standortbestimmung und zeigt den Lernenden auf wo noch allfällige Lücken bestehen.

Am Präsenzkurs finden dann die Festigung des Vorwissens und der Erfahrungsaustausch mit anderen Lernenden statt. Der Fokus liegt klar auf der Anwendung. Es werden Fallbeispiele erarbeitet, es stehen Übungen zur Verfügung und es werden Impulsreferate zur Vertiefung vorgetragen. Indem auch bewusst Sequenzen gestaltet werden, wo die Lernenden in Gruppen Fallbeispiele erarbeiten oder die Resultate besprechen ist für uns sichtbarer ob es sich beim Wissen nur um träges Wissen handelt oder ob eine Vernetzung stattfinden konnte. Der Aufbau der Sozialkompetenz beim Kooperativen Lernen (Lernen voneinander und miteinander) ist ein weiterer positiver Nebeneffekt. Sich in eine neue Gruppe einzulassen und dort Verantwortung für das Gesamtresultat zu übernehmen gehört auch zu den Aufgaben die ein zukünftiger Banker mit sich bringen sollte – werden auf dem Markt ja auch Teamplayer gesucht.

An einem intensiven Präsenzkurs ist auch ein Zeitfenster nötig bei welchem die Lernenden ihr Fachwissen einschätzen, sich ein konkretes Ziel setzen und individuelle während einer vorgegebenen Zeit daran arbeiten können. Sie können das Fachthema nochmals nachlesen, eine Übung repetieren, unseren Ausbilder Fragen stellen etc. Diese Sequenz dauert in der Regel 20 Minuten und sie wird Individuell Learning und findet gegen Ende des Tages statt.

In der Nachbereitung erhalten die Lernenden konkrete Aufträge wo sie die Theorie mit ihrem Praxisalltag verbinden können. Dies um dem trägen Wissen entgegen zu wirken und Themen repetieren und somit das Fachwissen festigen zu können. Ein Beispiel kann sein, dass sie im Fondsprospekt einen Fonds auswählen und diesen mit einem Experten besprechen - Welches ist die Depotbank? Wie hoch sind die Ausgabeaufschlag bei den Fonds? Oder sie üben ein Kundengespräch und klären in der Praxis ab wie mit Einwänden umgegangen wird. Nach dem Repetieren der behandelten Themen und dem erfolgten Praxistransfer muss der Schlusstest innerhalb von 3 Wochen gelöst werden. Das Resultat des Schlusstests zeigt auf, ob die Themen verstanden wurden und ob somit der Lernprozess erfolgreich war.

Zusammenfassend wird der Lernprozess unserer Lernenden durch fremd- und selbstgesteuerte Phasen gestaltet. Verschiedene Studien zeigen, dass Lernende, die mit komplexen Problemen vollständig alleine gelassen werden, schlechtere Lernergebnisse aufweisen. Angepasste Lernhilfen während dem Erarbeiten des Fachwissens sind wichtig. Vielleicht hilft einem Lernenden unser Forum, vielleicht braucht ein Lernender ein Praxisbeispiel vom Berufsbilder/Praxisausbildner.

Carmen-Luisa Núñez de La Torre

Carmen-Luisa Núñez de La Torre

Lead Core Business
Member of Management Board

carmen-luisa.nunezdelatorre[at]cyp.ch

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