Resilienz - eine wichtige Basis für das Lebenslange Lernen

Resilienz - eine wichtige Basis für das Lebenslange Lernen

Wir Menschen sind tagtäglich mit diversen Herausforderungen konfrontiert. Das können kleinere und grössere sein. Manchmal sind die Ereignisse so überraschend oder auch einschneidend, dass unser Leben von einer Sekunde auf die andere, eine ganz andere Wendung annehmen kann.

Gerade in der heutigen immer komplexeren und schnelllebigeren Welt, werden alltägliche Herausforderungen wie bspw. die „Geschwindigkeit des technologischen Wandels“ nicht abnehmen.

Hierzu wird der Begriff „VUCA“ immer populärer. Auf Deutsch „VUKA“[1] steht für Volatilität (häufigere und schnelle Veränderungen), Unsicherheit (Vorhersehbarkeit von Ereignissen nimmt ab), Komplexität (unterschiedliche schwer durchschaubare Verknüpfungen und Abhängigkeiten in unserem Leben) und Ambiguität (Mehrdeutigkeit der Faktenlage erhöht Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen) – und beschreibt meines Erachtens sehr gut, von welchen Eigenschaften unser Leben geprägt ist. Wir alle sind davon tangiert und können uns dem nicht entziehen. Daher ist es auch künftig essentiell zu lernen, mit Herausforderungen konstruktiv umzugehen und sich, sei es als Mensch oder Unternehmung, entsprechend aufzustellen.

Doch wie können wir auch in schwierigen Situationen handlungsfähig sowie gesund bleiben und sogar noch gestärkt daraus hervorgehen?

Die Antwort liegt in der eigenen Resilienz.

Resilienz ist kein statisches Konstrukt, sondern ein Prozess, welcher sich entsprechend beeinflussen lässt. Die Resilienz, als Begriff ursprünglich in der Wissenschaft entstanden, später in der Entwicklungspsychologie und Pädagogik eingesetzt und in den letzten Jahren auch in der Arbeits- und Gesundheitspsychologie anzutreffen[2], verkörpert die innere Widerstandskraft - sozusagen das seelische sowie psychische Immunsystem. Gleichzeitig geht es auch um die eigene Belastbarkeit und Flexibilität in herausfordernden Situationen[3]. In meinen Augen ist dies eine essentielle Schlüsselkompetenz, welche auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Good news! Jeder kann die persönliche Resilienz entwickeln und steuern – ein Leben lang. Daher lohnt es sich, auch in Anbetracht der anstehenden Herausforderungen in unserer Gesellschaft, einen Blick auf diese Thematik zu werfen. In meiner aktuellen Weiterbildung „CAS Resilienztraining“ beim Coachingzentrum Olten durfte ich erkennen, dass das Spektrum an Möglichkeiten zur Förderung der Resilienz sehr breitgefächert und je nach Mensch individuell sind.

Nun gut, was macht einen resilienten Menschen aus?

Resilienz  - eine wichtige Basis für das Lebenslange Lernen

Ein resilienter Mensch hat meiner Meinung nach ein tiefes Urvertrauen in sich und seine Fähigkeiten. Auch wenn äusserlich alle Stricke reissen würden, ist er überzeugt, dass er auf sich und seine Ressourcen vertrauen kann. Diese Gewissheit sowie generell eine optimistische Grundhaltung im Sinne von Probleme sind Herausforderungen und Herausforderungen sind Lernchancen, stärken das Selbstvertrauen. Zugleich wird dieses auch durch jede erfolgreich gemeisterte Lernchance weiter gestärkt.

Resiliente Menschen dürfen Selbstwirksamkeit erleben und treten aus der Opferdenkhaltung heraus. Sie kennen ihre Werte, Bedürfnisse, Ziele und wissen, dass sie in jedem Moment die Wahl haben, wie sie eine Situation bewerten und wie sie damit umgehen werden – sie übernehmen Verantwortung für ihre Entscheidungen und Handlungen. Um sich so weiterentwickeln zu können, gehört eine kritische Selbstreflexion sowie der Wille und die Offenheit, sich bspw. mit vorhandenen und vor allem blockierenden Glaubenssätzen wie auch unbewussten Mustern, aktiv auseinanderzusetzen. Dies ist nur möglich, wenn man achtsam ist. D.h. den Moment mit allen Facetten wahrnimmt und vor allem diesen annimmt, ohne ihn gleich zu bewerten. Einfacher gesagt, als getan!

Verhaltensweisen, welche spätestens im Erwachsenenalter immer wieder zu Konflikten führen, haben vielfach ihren Ursprung in der Kindheit resp. Jugend. Was damals als überlebensnotwendige Strategie angeeignet wurde, um die Situation erträglicher zu gestalten sowie bewältigen zu können, kann heute unbewusst blockieren. Daher gilt es zum einen wertzuschätzen, dass man solche Strategien entwickeln konnte und zum anderen zu verstehen, dass man nun erwachsen ist und entscheiden kann, ob man diesem alten Programm nachwievor ausgeliefert sein möchte oder von nun an Verantwortung übernimmt und sich bewusst neue gewünschte Verhaltensweisen antrainiert. Je mehr das gewünschte Verhalten wiederholt wird, desto mehr wird es neuronal gestärkt und desto mehr hat man in jeder Situation die Möglichkeit bewusst zu wählen, welches Verhalten man nun an den Tag legen möchte.

Resilienz  - eine wichtige Basis für das Lebenslange LernenNicht zuletzt ist es wichtig zu verstehen, dass eine nachhaltige Entwicklung nur ausserhalb der Komfortzone stattfinden kann. Diesen Schritt zu wagen ist oft schwierig, sorgt für Unsicherheit und Irritationen – auch im Umfeld. Gleichzeitig kann ein System nur so wachgerüttelt und weiterentwickelt werden - neue Chancen entstehen und Wachstum wird möglich! Resiliente Menschen pflegen soziale Beziehungen die sie stärken. Generell achtet ein resilienter Mensch auf sein geistiges, seelisches und körperliches Gleichgewicht um weiterhin gesund und vital zu bleiben.
 
 

Was heisst das nun für das Lebenslange Lernen?

In Bezug auf das Lebenslange Lernen kann ich somit sagen, dass resiliente Menschen intrinsisch motiviert sind, dazu zu lernen und proaktiv an ihrer Persönlichkeits- wie auch Kompetenzen-Entwicklung dranzubleiben. Sie wissen, wohin sie sich entwickeln wollen. Blockierende Muster, Glaubenssätze etc. werden wahrgenommen und bewusst angegangen. In der Regel zeugt dies auch von Neugier und Offenheit gegenüber neuen Trends und Möglichkeiten. Diese Haltung wirkt sich somit positiv auf das Lernen neuer Themen sowie auf die Arbeitsmarktfähigkeit aus. Beginnend bei einer unterstützenden Grundhaltung – denn die Haltung steuert schlussendlich das Verhalten!

Anhand meiner Weiterbildung durfte ich selbst erleben, dass die gezielte Auseinandersetzung mit meiner eigenen Resilienz , automatisch den eigenen Entwicklungsprozess sowie den Prozess des Lebenslangen Lernens fördert.

Wie fördert CYP das Lebenslange Lernen und die Resilienz?

Gerade im Bezug auf das Lebenslange Lernen ist CYP, als das Kompetenzzentrum für modernes Lernen der Schweizer Banken, sehr darauf bedacht, den Lernenden mit einem modernen Bildungskonzept ein entsprechende Setting und somit eine optimale Grundlage hierfür zu ermöglichen.

Dies ist unter anderem durch die frühzeitige Wahrnehmung von neuen Chancen sowie den vom Arbeitsmarkt geforderten Fähigkeiten und deren Implementierung in die Lern- sowie Unternehmenskultur möglich. Daher fördert CYP seit 2012 zusätzlich die Medienkompetenzentwicklung. So werden die Lernenden nebst Fach-, Methoden, Sozial- und Selbstkompetenzen optimal für den künftigen Arbeitsmarkt gerüstet. Auch CYP als Unternehmung selbst kann durch das digitale Lernen und Arbeiten sowie durch die flexible Organisationsform des Netzwerks, eine optimale Struktur und Basis bilden, um auch weiterhin eine agile, moderne und innovative Unternehmung mit arbeitsmarktfähigen und resilienten Mitarbeitenden zu bleiben.

Und wie steht es um Ihre Resilienz?

Sabrina Thoma

Sabrina Thoma

Lead Product & Market Development
Member of Management Board

sabrina.thoma[at]cyp.ch

 

[1]http://buhl-coaching.de/author/2015/05/29/leben-in-der-vuka-welt-unsicher-komplex-mehrdeutig-was-bedeutet-das-fuer-die-resilienz-von-unternehmen/ (10.04.2016)
[2]Coachingzentrum Olten (2015). Unterstützende Grundhaltung, V.2.1 aus dem Modul „Resilienz entdecken“ im CAS Resilienztraining. Coachingzentrum: Olten.
[3]Von Moos, Patricia (22.03.2016). Präsentationsaussage Mentale Selbstsabotage, Hochschule Luzern

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