Eine aussergewöhnliche Reise oder der Weg zu den Kompetenzen der Zukunft

Eine aussergewöhnliche Reise | CYP smart education

1. Die Einladung

CYP smart education lud Kunden, Ehemalige und Mitarbeitende am 11. November 2016 zu einem speziellen Bildungsforum ein – einer Zugfahrt durch den neuen Gotthard-Eisenbahntunnel.

Mein erster Gedanke: „Toll, ich darf vor der offiziellen Eröffnung durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt!“ Und mein zweiter Gedanke: „Was hat dieser Tunnel mit Bildung zu tun?“ Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Wenn man jedoch genauer hinschaut, erkennt man einige Parallelen. Meine diesbezüglichen Gedanken möchte ich mit Ihnen teilen und Sie zu einer Reise in die Zukunft einladen.

2. Das Herzstück

Der 57 Kilometer lange neue Gotthard-Eisenbahntunnel ist nicht nur der längste der Welt, er ist das Herzstück der „Neuen Eisenbahn-Alpentransversale“ (NEAT). Er verbindet den Norden Europas mit dem Süden, ermöglicht den ökologischeren und effizienteren Transport von Gütern und Personen und ist damit ein grosser Schritt für den internationalen Transitverkehr. Die SBB hält in ihrer Informationsbroschüre fest, dass der Gotthard-Basistunnel Schweizer Werte wie Innovation, Präzision und Zuverlässigkeit verkörpert. Als nun zertifizierter Tunnel-Pionier teile ich diese Meinung und erlaube mir hier, den Bogen zur Bildung, besser gesagt zur Berufsbildung zu schlagen.

Die Berufsbildung, geprägt durch die Dualität von Theorie und Praxis, ist ein Herzstück des Schweizer Bildungssystems. Es ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz von zentraler Bedeutung und international anerkannt. Es steht, wie der Gotthard-Basistunnel, für Schweizer Tradition und Werte [1]. Das duale Berufsbildungssystem ermöglicht zudem durch seine Durchlässigkeit und Anschlussmöglichkeiten eine effiziente Weiterentwicklung der Lernenden, steht für Schweizer Qualität und weist eine zeitgemässe Infrastruktur auf [2]. Während der Gotthardtunnel Massstäbe im internationalen Personen- und Güterverkehr setzt, übernimmt das Schweizerische Berufsbildungssystem dieselbe Funktion im Bildungsbereich. Massstäbe, welche nicht von heute auf morgen zum Tragen kamen.

3. Der Blick voraus

17 Jahre dauerte die Bauzeit des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Niemand wusste beim Baubeginn 1999, wie die Zukunft genau aussieht und welche Bedürfnisse an den nationalen und internationalen Bahnverkehr 2016 gestellt werden. Diese Ungewissheit hatte die Initianten jedoch nicht davon abgehalten, sich diese Zukunft auszumalen, die Bedürfnisse so gut wie möglich abzuschätzen und eine Vision des Bahnverkehrs der Zukunft zu skizzieren. Anpassungen und Feinjustierungen waren und sind auch weiterhin notwendig. Der eingeschlagene Weg ist noch nicht zu Ende und wird es voraussichtlich auch niemals sein. Zu schnelllebig ist die Welt und wir müssen mit Weitsicht darauf reagieren.

Bilderrechte: SBB und gottardo2016.ch
 

Dieselbe Weitsicht und Initiative müssen wir auch im Bildungsbereich zeigen. Die Veränderungen der Arbeitswelt haben bereits heute Auswirkungen auf verschiedene Branchen und Jobprofile. Die digitale Transformation führt zu neuen Geschäftsmodellen, Wertschöpfungsketten werden aufgebrochen und neue Mitstreiter treten auf das Parkett. Die Berufsbilder befinden sich im Wandel und es stellt sich die Frage, was in Zukunft von Robotern erledigt wird und wozu es den Menschen noch braucht. Diese Ungewissheit darf uns jedoch nicht davon abhalten, die Zukunft aktiv mitzugestalten, sich darauf vorzubereiten und uns auf sie zu freuen. Denn aus Veränderungen entstehen auch immer Chancen.

4. Die Fähigkeiten der Zukunft

Der Vorbereitung auf die künftige Arbeitswelt und den sich wandelnden Berufsbildern widmete sich die Reportage, welche im Rahmen der Busreise nach Biasca (der Ausgangspunkt für die Zugfahrt durch den Tunnel) ausgestrahlt wurde. CYP begab sich darin auf die Suche nach den künftig gefragten Kompetenzen und konzentrierte sich dabei auf das Berufsbild der Bankkauffrau bzw. des Bankkaufmanns. Der Blick in die Zukunft erfolgte anhand der Gedanken und Einschätzungen eines Zukunftsforscher sowie Branchenvertreter aus dem Banken- und Bildungsbereich.

 

Flexibilität, Neugier, Freude am Neuen, Umgang mit Vielfalt und Toleranz von Ambiguität. Diese Kompetenzen werden in Zukunft ebenso wichtig sein, wie die Fähigkeit innovativ und kritisch zu denken und sich zu vernetzen. Weiter riefen die Experten dazu auf, mit dem Aufbau der Kompetenzen von Morgen bereits heute zu starten. Der Wandel habe bereits begonnen und lasse sich nicht mehr aufhalten. Ein Bildungsinstitut müsse somit die aufgeführten Kompetenzen bzw. die dazugehörige Grundhaltung fördern und vorantreiben. Wenn wir dies erfolgreich umsetzen, etwas wagen und akzeptieren, dass es Rückschläge gibt, werden wir gestärkt und mit viel Freude in die Zukunft blicken.

5. Der Gotthard-Basistunnel als Symbol für Vision und Innovation

Diese Gedanken führen uns wieder zurück zum CYP-Bildungsforum und dem Gotthardtunnel. Nachdem der Zug von Biasca Richtung Inneres des Gotthardmassivs losgefahren war, legte er in Sedrun, mitten im Tunnel, einen kurzen Halt ein. Eine Ausstellung ermöglichte einen Blick zurück in die bewegte Vergangenheit des Gotthardmassivs und der Bauzeit des Jahrtausendereignisses Basistunnel.

Während ich die Geschichten, Zahlen und Fakten betrachtete, reifte in mir eine Erkenntnis. Der Gotthard-Basistunnel, die Schweiz und die Berufsbildung in der Schweiz sind untrennbar miteinander verbunden. Nur wenn es uns gelingt, die für die Zukunft notwendigen Kompetenzen im Rahmen unseres Bildungssystems zu fördern, sind solche innovativen und visionären Leistungen möglich. Projekte, welche ein Land und eine Gesellschaft prägen, brauchen neugierige Menschen die in der Lage sind, mit sich verändernden Ausgangslagen zurechtzukommen, neue Wege zu gehen, kritisch zu denken und trotzdem nicht davor zurückschrecken auch einmal etwas zu wagen und Rückschritte in Kauf zu nehmen. Es ist an den Bildungsinstituten, die Rahmenbedingungen zu gestalten, dass die Menschen diese Fertigkeiten und Fähigkeiten aufbauen bzw. (weiter)entwickeln können.

Der Gotthard-Basistunnel ist der erste Schritt für eine durchgehende Flachbahn durch die Alpen, ein Symbol für den Weg in die Zukunft. Damit die nachfolgenden Schritte erfolgreich sein werden, müssen wir in der Bildung die Weichen stellen und die notwendigen „Bohrungen“ für einen erfolgreichen Durchbruch vornehmen. Gemeinsam sind wir gefordert, die Zukunft aktiv zu gestalten und das Bildungssystem entsprechend auszurichten. CYP wird diesen Weg konsequent beschreiten. Unterstützen Sie uns?

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Raphael Zimmermann

Raphael Zimmermann

Lead HR Development
Member of Management Board

raphael.zimmermann[at]cyp.ch


[1] https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/themen/hbb/strategieprojekt-hbb.html
[2] Vgl. hierzu: OECD: Learning for jobs, OECD Studie zur Berufsbildung, Schweiz, April 2009.

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