Darf ich vorstellen: Mein Büro

Die Diskussion

Immer wieder stosse ich in den Medien und Social Media Kanälen auf die altbekannte Diskussion ob "Home Office" bzw. "Flexibles Arbeiten" sinnvoll ist oder nicht. Meistens werden dann Gründe und Studien angeführt, die aufzeigen, weshalb man dafür oder eben dagegen sein soll. Schwarz oder weiss, gut oder böse, richtig oder falsch, auf diese Attribute lief es meistens hinaus. Irgendwie habe ich die Absolutheit dieser Diskussion nie verstanden. Aber anscheinend muss man sich in dieser Frage entscheiden.

Die Entscheidung

Muss ich mich tatsächlich zwischen dem Arbeiten im Büro oder dem Arbeiten an verschiedenen anderen Orten entscheiden? Dies scheint der Fall zu sein. Also gut, auf gehts…

Ich muss mich zugunsten des Büros entscheiden, denn sonst, so wird gesagt, verwischen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben, meine sozialen Kontakte nehmen ab und die technische Unterstützung fehlt mir. Zudem kann ich mich, wenn ich nicht vor Ort bin, nicht mit den notwendigen Anspruchsgruppen austauschen, Inputs holen oder gemeinsam ein Thema weiterentwickeln. Wenn ich dann noch berücksichtige, dass die Ablenkung im Büro kleiner ist, dann muss ich mich wohl definitiv für die Arbeit im Büro entscheiden.

Muss ich das wirklich? Ehrlich gesagt, zu Hause kann ich mich besser konzentrieren, zwischen produktiven Arbeitsphasen und Entspannung ganz nach meinem Bedürfnis wechseln. Und wenn draussen schönes Wetter ist, kann ich auch in einem Café arbeiten, was eine positive Auswirkung auf mein Gemüt hat. Ist zudem die Zeit in der S-Bahn nicht sowieso Verschwendung? Das überlastete öffentliche Verkehrsnetz und die zahlreichen Pendler werden mir das Zuhausebleiben ebenfalls danken.

Mein Büro

Also was jetzt? Büro oder nicht Büro? Meine Entscheidung steht fest: Mein Büro! Mein Büro ist meine Tasche. Notebook, Tablet und Smartphone bieten diejenige Unterstützung, die ich brauche. Ich lege mich in Bezug auf den Arbeitsort nicht fest, sondern nutze die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, welche mir CYP smart education als Arbeitgeber und die moderne Technik bieten, optimal aus.

Ich zeige euch kurz auf, wie ich dies meine:

Auf dem Weg zu einer Fachtagung zum Thema „Digitale Bildung“ nutzte ich zum Beispiel die Fahrt in der S-Bahn zur Informationsbeschaffung und um mich auf dem neusten Stand zu halten. Spannende Artikel und gute Anregungen fanden dank Mobilfunknetz problemlos den Weg auf mein Tablet und ich notierte meine Gedanken in meinem Notizentool.

In der anschliessenden ICE-Fahrt nach Bern war dann „Beine hochlagern“ angesagt, schliesslich war ich ja jetzt auf dem neusten Stand und die Umgebung zu laut für konzentriertes Arbeiten. Nichts da, die Zeit konnte ich wunderbar nutzen, um meine Aufgaben und Termine der kommenden Tage zu planen. In Bern angekommen, war ich nicht nur up to date, sondern auch für die kommenden Aufgaben gut strukturiert und à jour. Dank Handy-Hotspot waren zudem alle Daten bereits versandt.

Die vorhin erwähnten Aufgaben beinhalteten u.a. Bewerbungsgespräche und die Einführung neuer Mitarbeitenden in unsere Unternehmenskultur. Vor- und Nachbereitung der Gespräche sowie natürlich die Gespräche selber waren geeignete Arbeiten, um einen Tag im Büro im Puls5 in Zürich zu verbringen. Ich war selbstverständlich nicht der einzige im Büro und die Runde am Mittagstisch war wie immer lustig und laut - ein typischer Tag im CYP-Büro.

Laut und lustig ist aber nicht immer wünschenswert und da ich anderentags geplant hatte, mich konzeptionellen und strategischen Arbeiten zu widmen, entschloss ich mich zu Hause zu arbeiten. Dank der Möglichkeiten, welche Videotelefonie-Programme bieten, hatte ich trotzdem die notwendige Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsam konnten wir die gesteckten Tagesziele gut erreichen und fanden trotzdem noch die Gelegenheit für einen privaten Schwatz.

War da vorhin nicht einmal vom Arbeiten in einem Café die Rede? Auch das kann bereichernd sein. Als ich nämlich einige Tage später auf der Rückkreise von St. Gallen wahr, nahm ich das zur Verfügung stehende Angebot der SBB war: Ein Café am Bahnhof und das SBB-WLAN halfen mir, die Zeit nach dem verpassten Anschluss sinnvoll zu nutzen. Ich prüfte Anfragen, verfasste Stellungnahmen und erledigte Korrespondenz.

Schwarz oder weiss? Grau!

Wenn ich meine obigen Beispiele durchlese, ist für mich klar, dass es bei der Frage nach dem richtigen Arbeitsort nicht um schwarz oder weiss geht. Es geht vielmehr darum, den passenden Arbeitsort für die anstehenden Arbeiten zu finden.

Nicht jede Aufgabe eignet sich für jeden Arbeitsort. Die heutigen technischen Möglichkeiten reduzieren jedoch Barrieren und erlauben die vorhandene Zeit zielführend zu nutzen. Die Zeit in der S-Bahn oder dem Zug kann ebenso gut genutzt werden, wie diejenige im Büro. Es spricht für sich, dass administrative Arbeiten im Gegensatz zu konzeptionellen besser geeignet sind, um sie unterwegs zu erledigen.

Sind Konzentration und Austausch gleichermassen gefragt, ist für mich das Home Office die passende Lösung. Es gibt mittlerweile zahlreiche Hilfsmittel, welche das kooperative Arbeiten ortsunabhängig ermöglichen. Ruhige Einzelarbeitsphasen können somit mit gezielten kooperativen Elementen kombiniert werden. Niemand bestreitet jedoch, dass der persönliche Austausch wichtig ist und es Themen gibt, die man am besten von Angesicht zu Angesicht bespricht. Das Firmen-Büro ist somit unabdingbar und sollte auch entsprechend genutzt werden.

Ich empfehle deshalb, dass wir uns vom „Entweder-oder“ verabschieden und die Frage ins Zentrum stellen, was für die eigene Arbeit zielführend ist. Das Vertrauen in das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeitenden ist Voraussetzung für das Gelingen eines solchen Mobile-Working-Ansatzes. Ich bin froh, dass CYP smart education mir dieses Vertrauen schenkt.

Raphael Zimmermann

Raphael Zimmermann

Lead HR Development
Member of Management Board

raphael.zimmermann[at]cyp.ch

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